Wichtig bei Haftpflichtschaden: Der Unterschied zwischen freien und Versicherungs-Sachverständigen

Ich bin ja froh und dank­bar, dass es nur ein Blech­scha­den ist und die geg­ne­ri­sche Ver­si­che­rung für die Fol­ge­kos­ten auf­kom­men wird. Muss ich jetzt auch das Ange­bot von der geg­ne­ri­schen Ver­si­che­rung für das Sach­ver­stän­di­gen-Gut­ach­ten anneh­men?

Die­se Fra­ge wird mir so oder ähn­lich immer wie­der gestellt. Des­halb möch­te ich den Blog dazu nut­zen, um näher auf die Rechts­la­ge ein­zu­ge­hen.

Wenn nach einem Haft­pflicht­scha­den die geg­ne­ri­sche Ver­si­che­rung ein­tritt, bie­tet die­se nahe­zu immer auch ihre Diens­te für die Ermitt­lung der Höhe des Scha­dens durch einen haus­ei­ge­nen Gut­ach­ter an. Dafür hat die Ver­si­che­rung ihre Sach­ver­stän­di­gen, die als Ange­stell­te nach den Richt­li­ni­en der Ver­si­che­rung Fahr­zeug­schä­den prü­fen und Gut­ach­ten erstel­len. Im Gegen­satz dazu arbei­ten freie Sach­ver­stän­di­ge als unpar­tei­ische und unab­hän­gi­ge Exper­ten. Sie wer­den von ihren Kun­den, z. B. von Unfall-Geschä­dig­ten, direkt beauf­tragt.

Geschädigte haben jedoch immer die freie Wahl!

Das ergibt sich aus § 249 BGB (Art und Umfang des Scha­dens­er­sat­zes). Dort ist gere­gelt, dass ein fremd­ver­schul­de­ter Scha­den an einer Sache, in die­sem Fall an einem Fahr­zeug, so wie­der her­zu­stel­len ist wie vor Beginn des Scha­dens­ein­tritts – nicht bes­ser, aber auch nicht schlech­ter.
Dem­nach haben Sie das unein­ge­schränk­te Recht, einen qua­li­fi­zier­ten und unab­hän­gi­gen
Sach­ver­stän­di­gen Ihrer Wahl mit der Begut­ach­tung der beschä­dig­ten Sache (Fahr­zeug) zu
beauf­tra­gen.
Eben­so haben Sie das unein­ge­schränk­te Recht, eine belie­bi­ge Werk­statt Ihrer Wahl mit der
Behe­bung des Scha­dens zu beauf­tra­gen und Sie haben Sie auch das unein­ge­schränk­te Recht, eine Rechts­an­walts­kanz­lei Ihrer Wahl mit der Gel­tend­ma­chung Ihrer Rech­te zu beauf­tra­gen.

Fazit

Zusam­men­fas­send lässt sich sagen, dass freie Kfz-Sach­ver­stän­di­ge unab­hän­gi­ge Exper­ten sind, die von Pri­vat­per­so­nen oder Unter­neh­men beauf­tragt wer­den, um Schä­den an Fahr­zeu­gen zu bewer­ten. Ver­si­che­rungs-Sach­ver­stän­di­ge hin­ge­gen prü­fen Scha­dens­fäl­le im Namen der Ver­si­che­rungs­ge­sell­schaft.

Gut zu wissen:

Freie Kfz-Sach­ver­stän­di­ge erstel­len Gut­ach­ten auf­trags­ge­mäß nach den Vor­ga­ben und Leit­sät­zen des Insti­tu­tes für Sach­ver­stän­di­gen­we­sen (IFS) und den Vor­ga­ben und Leit­sät­zen der diver­sen Sach­ver­stän­di­gen-Ver­bän­de. Die­se garan­tie­ren:

Ich wün­sche Ihnen einen hei­te­ren Won­ne­mo­nat Mai und eine all­zeit gute Fahrt.

Ihr Olaf Hel­le