Warum der erste Blick nicht reicht und sich der zweite doppelt lohnt!

„Das sind ja nur ein paar Schram­men, die macht ein Lackie­rer güns­tig weg.“  

Verdeckte Schäden

Las­sen Sie sich bit­te nicht auf einen sol­chen Deal ein und ver­zich­ten sie auch bei klei­nen Unfäl­len bloß nicht auf die Poli­zei. Denn im Fahr­zeug befin­det sich nicht sel­ten ein weit­aus grö­ße­rer Scha­den. Die Erfah­rung von mehr als 30 Jah­ren mit ver­un­fall­ten Fahr­zeu­gen hat mir immer wie­der gezeigt, dass bei Baga­tell­un­fäl­len der ers­te Blick nicht reicht.

Das Recht auf freie Gutachterwahl

Wenn ein Unfall poli­zei­lich auf­ge­nom­men und den betei­lig­ten Ver­si­che­run­gen gemel­det wur­de, haben geschä­dig­te Per­so­nen das Recht auf freie Gut­ach­ter­wahl. Als Kfz-Sach­ver­stän­di­ger bege­be ich mich dann für Sie auf Spu­ren­su­che und bin erst zufrie­den, wenn ich das Unfall­fahr­zeug voll­stän­dig auf ver­deck­te Schä­den hin unter­sucht habe. Und das kann ziem­lich über­ra­schen­de Ergeb­nis­se brin­gen: über ver­deck­te Stau­chun­gen der Karos­se­rie bis hin zu Schä­den am Kabel­baum oder an Steu­er­ge­rä­ten. Da geht es leicht um meh­re­re tau­send Euro.

Unterschied — Vorschäden und Altschäden

Das ist aber noch nicht alles!

Für den Fall, dass das­sel­be Fahr­zeug erneut an einem Unfall betei­ligt ist, habe ich als Gut­ach­ter die Pflicht, so genann­te Vor­schä­den und Alt­schä­den anzu­ge­ben.

Vor­schä­den sind vor­aus­ge­gan­ge­ne sach- und fach­ge­recht repa­rier­te Schä­den.

Alt­schä­den sind über den nor­ma­len Gebrauch hin­aus­ge­hen­de Schä­den, die Repa­ra­tur­maß­nah­men not­wen­dig machen.

Fallbeispiel — Auswirkungen von Altschäden und Vorschäden

Dann wir­ken sich nicht repa­rier­te, weil nicht ent­deck­te, Alt­schä­den nach­tei­lig auf die Bewer­tung des neu­en Scha­dens aus.

Und auch das ist noch nicht alles!

Bei schwe­ren Unfäl­len geht es um viel mehr als um Spu­ren­su­che nach einem Baga­tell­scha­den. Bei­spiels­wei­se konn­te mein Scha­den­gut­ach­ten in einem schwe­ren – und kom­ple­xen – Fall den ver­mu­te­ten Unfall­her­gang bele­gen.

Ich bekam den Auf­trag zur Begut­ach­tung die­ses Unfall­wa­gens:

Fazit

Die Unter­su­chung des Wagens deck­te nicht nur die immensen, von außen nicht unbe­dingt sicht­ba­ren, Schä­den auf, sie konn­te auch Licht in den Unfall­her­gang brin­gen.

Des­halb war und ist mir wich­tig, dass ich über ein expli­zi­tes prak­ti­sches und theo­re­ti­sches Wis­sen ver­fü­ge, um mich für mei­ne Kun­den in die Tech­nik und Phy­sis eines ver­un­fall­ten Fahr­zeu­ges hin­ein­ver­set­zen und die Zusam­men­hän­ge ver­ständ­lich und rechts­si­cher in einem Gut­ach­ten doku­men­tie­ren zu kön­nen.

Ihr Olaf Hel­le