Wenn ich im Kaufpreis sicher gehen möchte: Marktbeobachtung vom Kfz-Gutachter?

Dolly shot of vintage retro car hoods painted in red and white. Old transport exhibition or auction.
Olaf Helle

Olaf Helle

zertifizierter Kfz-Sachverständiger mit Leib und Seele seit 2008
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Kfz-Techniker Meister
Karosserie- und Fahrzeugbau Meister Handwerk
Betriebswirt im Handwerk

Sie ken­nen es viel­leicht: seit Jah­ren träu­men Sie davon, einen eige­nen Old­ti­mer zu besit­zen. Auf Auto­shows und in Fach­ma­ga­zi­nen gibt es immer wie­der Inspi­ra­tio­nen. Und viel­leicht fas­sen Sie eines Tages den Ent­schluss, den Traum wahr wer­den zu las­sen.

Aber wie kön­nen Sie nun mit mög­lichst wenig Auf­wand eine mög­lichst fun­dier­te Kauf­ent­schei­dung tref­fen?

Beim Auto­händ­ler steht die­ser wun­der­schö­ne, metal­lic-rote Mer­ce­des-Benz 280 SL, der Ihnen beson­ders ins Auge fällt. Wäh­rend Sie das Fahr­zeug umrun­den, und jedes Detail sorg­fäl­tig begut­ach­ten, fra­gen Sie sich, ob der statt­li­che Preis, den der Ver­käu­fer dafür ansetzt auch tat­säch­lich ange­mes­sen ist.

Was kann Ihnen Gewissheit schaffen?

Um auf Num­mer sicher zu gehen ist es klug, eine Markt­be­ob­ach­tungs­stu­die bei einem qua­li­fi­zier­ten Kfz-Sach­ver­stän­di­gen in Auf­trag zu geben. So ver­las­sen Sie sich nicht allein auf Ihre eige­nen Recher­chen, son­dern holen sich damit eine zwei­te, pro­fes­sio­nel­le, Mei­nung ein.

Zweck einer Marktbeobachtungsstudie

Eine pro­fes­sio­nel­le Markt­be­ob­ach­tung, zum Bei­spiel durch spe­zia­li­sier­te, freie und unab­hän­gi­ge Sach­ver­stän­di­ge ist nicht nur für Old­ti­mer, son­dern für alle Arten von gebrauch­ten Kraft­fahr­zeu­gen, wie z.B. Gebraucht­wa­gen oder gebrauch­ten Zwei­rä­dern sinn­voll. Sie ermit­telt gro­be Markt­wer­te und gibt schnel­le Infor­ma­tio­nen zur Preis­ent­wick­lung am Gebraucht­wa­gen­markt.

Wie wird die Marktbeobachtungsstudie erstellt?

Der Gut­ach­ter erfasst alle Fahr­zeug­da­ten und ermit­telt über spe­zi­el­le Pro­gram­me und/oder die diver­sen Fach­lek­tü­ren die Markt­wer­te für ver­schie­de­ne Fahr­zeug­zu­stän­de. Für die höchs­te Zustands­no­te, eine 1, müss­te sich das Fahr­zeug in einem unein­ge­schränkt per­fek­ten Gesamt­zu­stand befin­den. Mit den Defi­ni­tio­nen der ver­schie­de­nen Zustands­no­ten von 1 bis 5 und den für jeden Zustand ermit­tel­ten Markt­wer­ten erhal­ten Sie eine gro­be Ori­en­tie­rung, über den aktu­el­len Markt­wert und kön­nen in die Preis­ver­hand­lung gehen.

Hier­bei ist zu beden­ken, dass aus­schließ­lich im Young- & Old­ti­mer­seg­ment mit Zustands­no­ten gear­bei­tet wird. Die Ermitt­lung der Markt­wer­te aller wei­te­ren Kraft­fahr­zeu­ge erfolgt auf eine ähn­li­che Vor­ge­hens­wei­se, aller­dings ohne die Ver­ga­be von Zustands­no­ten.

Wie ist die Marktbeobachtungsstudie zu verstehen?

Im Rah­men einer Markt­be­ob­ach­tung wird das Fahr­zeug selbst nicht vom Gut­ach­ter per­sön­lich ange­schaut und über­prüft, wie bei­spiels­wei­se bei einem Wert­gut­ach­ten. Dort macht sich der Sach­ver­stän­di­ge selbst ein voll­um­fäng­li­ches Bild von dem zu begut­ach­ten­den Fahr­zeug, um letz­ten Endes eine fixe Aus­sa­ge über Erschei­nungs­bild, Zustand und Tech­nik tref­fen zu kön­nen und somit einen rechts­ver­bind­li­che Ein­schät­zung des Fahr­zeug­wer­tes täti­gen und rechts­ver­bind­lich doku­men­tie­ren zu kön­nen. Das bedeu­tet, dass bei einer Markt­be­ob­ach­tung indi­vi­du­el­le Schä­den, sowie Son­der­aus­stat­tun­gen und Son­der­zu­be­hör nicht berück­sich­tigt wer­den.

Beispiel zum Verständnis

In die­ser Markt­be­ob­ach­tung ist der Markt­preis des Fer­ra­ris für 3.200.000 € in einem tadel­lo­sen Zustand (Note 1) gelis­tet. Wird er für 3.000.000 € zum Ver­kauf ange­bo­ten, obwohl er eini­ge klei­ne Män­gel auf­weist, kön­nen Sie sicher sein, dass die­ses Fahr­zeug ein­deu­tig einer Preis­ver­hand­lung bedarf, da sich der Preis für den Zustand der Note 2 auf 2.300.000 € beläuft.

Wich­tig: Mit einem aus­führ­li­chen, pro­fes­sio­nel­len Wert­gut­ach­ten, wer­den alle – bis­her viel­leicht noch unent­deck­ten – Schä­den erfasst, sodass Sie so von einem noch nied­ri­ge­ren (und damit fai­re­ren) Kauf­preis pro­fi­tie­ren könn­ten, wenn der Ver­käu­fer sei­ne Zustim­mung dazu gibt.

In der Ver­hand­lung kön­nen Sie damit außer­dem alle Argu­men­te schwarz auf weiß bele­gen.

Die Kos­ten hier­für müs­sen natür­lich vom jewei­li­gen Auf­trag­ge­ber über­nom­men wer­den.

Neh­men Sie ger­ne Kon­takt zu mir auf, dann unter­stüt­ze ich Sie beim Kauf Ihres Traum­fahr­zeu­ges.

Es grüßt herz­lich

Olaf Hel­le