Fahrradschaden – oft mehr als nur eine Bagatelle!

Die Vor­tei­le des Rad­fah­rens lie­gen auf der Hand: Man bewegt sich in der fri­schen Luft, spart Ben­zin und tut etwas für die Umwelt. Mit E‑Bikes oder Pedelecs nimmt man Hügel ent­spann­ter als frü­her und schafft mehr Kilo­me­ter. Kein Wun­der also, dass sich immer mehr Men­schen nicht nur in der Frei­zeit, son­dern auch für den Weg zur Arbeit aufs Rad schwin­gen. 

Die Her­stel­ler befeu­ern die­sen Trend mit immer mehr und immer schi­cke­ren Model­len. Egal, ob all­tags­taug­li­ches City Pedelec, E‑Lastenfahrrad, robus­tes Moun­tain­bike, ultra­leich­tes Renn­rad oder Lie­ge­rad – die Brei­te des Ange­bots lässt „Biker“-Herzen höher­schla­gen. Die Raf­fi­nes­se hat jedoch ihren Preis: Ein Car­bon Renn­rad der Spit­zen­klas­se kann bis zu 20.000 € kos­ten. Für ein soli­des Pedelec gibt man immer­hin auch um die 3.000 bis 4.000 € aus. 

Im Falle eines Fahrrad-Unfalls

Bis wann spricht man von einer Bagatelle?

Soll­te ein sol­ches Fahr­rad in einen Unfall ver­wi­ckelt wer­den, ist das also meist kei­ne Baga­tel­le. Denn nur, wenn die vor­aus­sicht­li­chen Repa­ra­tur­kos­ten 500 € nicht über­schrei­ten, spricht man im Fach­jar­gon von einem Baga­tell­scha­den. 

Welche Versicherung muss benachrichtigt werden?

Pas­siert ein Fahr­rad­un­fall, ist es wich­tig, die Unfall­stel­le zu doku­men­tie­ren, die Schä­den zu foto­gra­fie­ren, die Daten der Unfall­be­tei­lig­ten sowie even­tu­el­ler Zeug*innen zu notie­ren und die Poli­zei zu rufen. Der/die Unfallverursacher*in muss so bald wie mög­lich die pri­va­te Haft­pflicht­ver­si­che­rung infor­mie­ren, damit die­se die geg­ne­ri­schen Schä­den über­nimmt.

Wenn Sie den Unfall nicht ver­ur­sacht haben, über­nimmt die zustän­di­ge geg­ne­ri­sche Haft­pflicht­ver­si­che­rung Ihre Schä­den. Pas­siert ein Fahr­rad­un­fall auf dem Weg zur (oder von der) Arbeit, dann tritt die gesetz­li­che Unfall­ver­si­che­rung ein. 

Kostenfalle — Kostenvoranschlag des Händlers vs. qualifiziertes Gutachten

Auch beim Fahr­rad­scha­den gilt: Nur im Gut­ach­ten wird die (mer­kan­ti­le) Wert­min­de­rung des Rads berück­sich­tigt und ein even­tu­el­ler Nut­zungs­aus­fall berech­net (wenn man z. B. durch eine Behin­de­rung nur mit dem maß­an­ge­fer­tig­ten Lie­ge­rad zur Arbeit fah­ren kann). Im Kos­ten­vor­anschlag des Händ­lers wer­den indes­sen nur die vor­aus­sicht­li­chen Repa­ra­tur­kos­ten berech­net. Außer­dem besteht auch beim Wie­der­ver­kauf von Fahr­rä­dern eine Pflicht zur Offen­ba­rung von Schä­den. Mit einem Gut­ach­ten ist man dann in jedem Fall auf der siche­ren Sei­te. 

Fazit

Den­ken Sie dar­an: Auch beim Fahr­rad­gut­ach­ten kön­nen Sie den Gutachter/die Gut­ach­te­rin frei wäh­len. Sie müs­sen sich – außer bei Lea­sing-Rädern/­Job­rä­dern über den Arbeit­ge­ber mit ent­spre­chen­den Ver­trä­gen – nicht an die Vor­schlä­ge des Her­stel­lers hal­ten. 

Mei­ne Exper­ti­se umfasst auch Rad­gut­ach­ten. Oben sehen Sie einen klei­nen Ein­druck von einem ver­un­fall­ten Spe­zi­al­rad, für das ich kürz­lich ein Gut­ach­ten erstellt habe.

Die­sem Auf­trag habe ich mich beson­ders gern gewid­met. Durch die­ses Gut­ach­ten konn­te nicht nur der Unfall­scha­den, son­dern auch der damit ein­her­ge­hen­de Nut­zungs­aus­fall mehr als kom­pen­siert wer­den. 

Allen, die sich gern aufs Rad schwin­gen – zu denen auch ich gehö­re – wün­sche ich einen all­zeit run­den Lauf und den Wind im Rücken

Ihr Olaf Hel­le