Warum im Fall der Fälle der Polizeibericht so wichtig ist!

Bam! Krr-tsch! Klirr! Und das eine hal­be Stun­de vor’m Vor­stel­lungs­ge­spräch.”

Ver­ständ­lich, dass man in so einer Situa­ti­on auf die Poli­zei ver­zich­ten will, ins­be­son­de­re, wenn das Auto nur ein paar Krat­zer hat und man sich mit der ande­ren Par­tei schnell einig wird. Ver­ständ­lich schon, aber abso­lut nicht emp­feh­lens­wert – und zwar unab­hän­gig davon, wer den Unfall ver­ur­sacht hat. 

Da genau dies in der Pra­xis immer wie­der pas­siert, möch­te ich heu­te noch ein­mal auf die wich­ti­ge Rol­le des Poli­zei­be­richts ein­ge­hen (vergl. Blog-Bei­trag vom 6. Sep­tem­ber 2022). 

Der Polizeibericht

Der Poli­zei­be­richt ent­hält alle rele­van­ten Daten zu Zeit und Ort des Unfalls, den betei­lig­ten Fahr­zeu­gen, Fahrer*innen, (falls vor­han­den) Pas­sa­gie­ren sowie Zeu­gen­aus­sa­gen. Wei­ter­hin wer­den der Umfang des Scha­dens und die Umstän­de des Unfalls, wie zum Bei­spiel die Ver­kehrs­ver­hält­nis­se und Wet­ter­be­din­gun­gen, doku­men­tiert. Auch Infor­ma­tio­nen über die Geschwin­dig­keit der Fahr­zeu­ge, die Fahrt­rich­tung und even­tu­el­le Ver­stö­ße gegen die Stra­ßen­ver­kehrs­ord­nung wer­den auf­ge­nom­men.

Inter­es­sant ist, dass durch die Rei­hen­fol­ge der Nen­nung der Betei­lig­ten der Poli­zei­be­richt deut­li­che Anhalts­punk­te dafür gibt, wer für den Scha­den ver­ant­wort­lich ist: näm­lich die in der ers­ten Spal­te genann­te Par­tei!

Der Poli­zei­be­richt ist ein unver­zicht­ba­res Beweis­mit­tel für die Regu­lie­rung von Schä­den nach einem Auto- oder Zwei­rad-Unfall durch die Ver­si­che­run­gen, die Grund­la­ge für die Erstel­lung des Gut­ach­tens und eine Absi­che­rung bei even­tu­el­len Rechts­strei­tig­kei­ten. 

Fazit

Die Pra­xis zeigt immer wie­der, dass die Scha­dens­hö­he von Lai­en falsch ein­ge­schätzt wird und die „schnel­le, güt­li­che Eini­gung“ im Nach­gang des Unfalls zu sehr unan­ge­neh­men Über­raschungen führt. Stellt die Werk­statt zum Bei­spiel ver­deck­te Schä­den fest oder ist eine Repa­ra­tur auf­wän­di­ger als gedacht, kann der tat­säch­li­che Scha­den den ange­nom­me­nen um ein Viel­fa­ches über­stei­gen. Nicht sel­ten kommt es dann zu gericht­li­chen Auseinander­setzungen. Ein sol­ches „böses Erwa­chen“ lässt sich durch den Unfall­be­richt ver­mei­den und man soll­te daher in jedem Fall die Poli­zei rufen – auch, wenn man an dem Unfall schuld ist. Und auch, wenn man es eigent­lich eilig hat! 

Ihr Olaf Hel­le